Schon der Anblick in der Vitrine weckte bei nicht wenigen Messestandbesuchern gewisse Begehrlichkeiten, doch die goldene Trophäe des BAUMETALL-Meisterstücks des Jahres lässt sich nicht so einfach käuflich erwerben. Bevor man einen goldenen Kreuzschweifhammer der Marke Picard sein Eigen nennen kann, müssen einige Hindernisse überwunden werden.
Dabei bezeichnen nicht wenige die in einem Meisterprüfungsvorbereitungskurs verbrachte Zeit als eine der schönsten, aber auch stressigsten Episoden ihres Lebens. Übrigens einschließlich des enormen Aufwandes für die Vorbereitung des Meisterstückes. Ist diese Hürde erfolgreich genommen, kann danach eine Anmeldung zum Meisterstück des Jahres erfolgen. Ähnlich wie bei Leistungssportlern hat man so die Möglichkeit, sich die harte Arbeit mit etwas „Edelmetall“ belohnen zu lassen. Vom Abschlussjahrgang 2020/21 wurden 77 Meisterstücke ins Rennen um das begehrte Klempnergold geschickt. Alle Stücke konnten, wie gewohnt, auf der Plakatwand am BAUMETALL-Messestand bewundert werden. „Auch internationale Einsendungen waren wieder vertreten,“ weiß Chefredakteur Andreas Buck zu berichten. Eine neue Rekordbeteiligung bei der Onlinevoting-Phase katapultierte die zehn Finalisten dann ins Finale.
Über den ganzen Abstimmungszeitraum hatten viele engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer fleißig für sich geworben. Zum Schluss wurden über 9700 gültige Stimmen ausgewertet.
Fachkompetenz auf höchstem Niveau
Zählte im Onlinevoting noch primär der erste Eindruck eines Stückes, kam es bei der BAUMETALL-Fachjurysitzung dann nicht nur auf die Optik an. Der siebenköpfige Fachausschuss, bestehend aus Gert Brenner, Martin Fischer, Mark Holzwarth, Walter Müntener, Mirco Siegler, Marc
Warzawa und Andreas Witt, bewertet alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem ausgeklügelten System. Im Vorfeld wurden die Stücke in die drei Hauptkategorien eingeteilt.
Am Standort der M.A.S.C. Bauartikel Vertriebs GmbH in Vöhringen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im November 2021 ihre Arbeiten in Szene setzen. Diese wurden zuvor ohne ihr Wissen in die Kategorien „Bestes Design“, „Bester Klassiker“ und „Bester Ziergegenstand“ eingeteilt. Nach der Präsentation der Meisterstücke durch die Jungmeister bewerteten anschließend alle Juroren unabhängig die einzelnen Stücke in den Rubriken Design, Technik und Innovation. Diese Rubriken untergliedern sich wiederum in weitere Unterschwerpunkte, kurzum: Die Wertungsliste ist ein komplexes Meisterwerk für sich! Das Ergebnis des Wettbewerbes unterliegt dann selbstverständlich der allerhöchsten Geheimhaltungsstufe.
Starke Preisverleihung
Am ersten Messetag versammelte sich ein gespanntes Publikum am BAUMETALL-Messestand in Halle 6 in Köln. Neben der Verleihung in den bekannten Kategorien gab es in diesem Jahr auch einen Sonderpreisträger. Erstmalig konnte die Veranstaltung auch digital verfolgt werden. Durch einen Livestream auf der Social-Media-Plattform Instagram war es so dem einzigen nicht persönlich anwesenden Teilnehmer möglich, etwas von der besonderen Atmosphäre der Veranstaltung mitzunehmen.
Die Moderation übernahmen BAUMETALL-Chefredakteur Andreas Buck und Onlineredakteurin Laura Kornhaaß. Unterstützung erhielten sie dabei von Antonia Leßmann von Picard, die die begehrten Trophäen den Siegern persönlich überreichte.
Mit dabei waren auch Martin Fischer (M.A.S.C), Michael Giebler (KME), Uwe Nagel (VMZinc) und Berthold Ruck (Prefa), um attraktive Sachpreise zu übergeben: Weiterbildungsseminare, Aufweitconer der Marke M.A.S.C. und praktische Werkzeugsets von Bessey.
Die Freude der Preisträger war dabei unübersehbar, konnten sie doch nun ihren persönlichen Weg zum Spenglermeister mit einer ganz besonderen Auszeichnung beenden. Auf die Frage, auf was er besonders stolz sei, antwortete zum Beispiel Daniel Kohler : „Natürlich auf die Tatsache, dass ich im BAUMETALL-Wettbewerb den ersten Platz in der Kategorie ‚Bester Ziergegenstand‘ gewinnen konnte! Ich glaube, es gibt in unserem Fachkreis kaum eine höhere Anerkennung nach bestandener Meisterprüfung.“ Dabei musste die diesjährige Finalistengruppe besonders lange auf die ersehnte Veranstaltung warten: Zwischen der Jurysitzung und der Verleihung lag pandemiebedingt eine fast acht Monate lange Wartezeit!
Leserpreis von Trumpf vergeben
Durch die Beteiligung an der Onlineabstimmung hatten auch die Leserinnen und Leser die Möglichkeit, einen Sachpreis zu gewinnen. Das Losglück war der Baublechnerei Armbruster aus Welschensteinbach zugetan. Philipp Herwerth von Trumpf präsentierte bei der Preisverleihung den Gewinn: einen Akkunibbler TruTool PN 200 LiHD Akku 18 V. Andreas Armbruster ließ verlauten, dass dies der erste große Gewinn in 42 Jahren sei. Der Baden-Württemberger engagiert sich selbst aktiv im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Konstanz.
Die Preisträger im Überblick
Bestes Design
Bester Klassiker
Bester Ziergegenstand
Sonderpreis
Mit seiner Reiterstatue von Kaiser Barbarossa konnte Louis Spitzer schon in der Onlineabstimmung das Publikum für sich begeistern. Auch die Fachjury war vom Stück des jungen Elsässers sehr angetan. Mit über 1600 geleisteten Stunden und über 1100 einzelnen Teilen war ein Vergleich zum klassischen Meisterabschlussprojekt nicht mehr möglich. Außergewöhnlich und auszeichnungswürdig ist die Arbeit selbstverständlich trotzdem. Somit wird Louis Spitzer mit einem Sonderpreis im diesjährigen Wettbewerb geehrt. Einen ausführlichen Bericht zu seiner Reiterstatue veröffentlichte BAUMETALL online und in Ausgabe 01/2022.
Meisterstücke im Detail
Bei der Betrachtung der prämierten Stücke kommt beim interessierten Fachpublikum der Wunsch nach einigen technischen Detail- und Ausführungsinformationen auf. BAUMETALL stellt in den nächsten Ausgaben einige Preisträger ausführlich in entsprechenden Fachbeiträgen vor. Den Anfang macht Daniel Kohler mit seiner Meisterkrone ab Seite 60 in vorliegender Ausgabe. Das Original war während der Dach + Holz als Leihgabe auf dem Messestand zu bestaunen. Den weiteren Verlauf der Vorstellungsreihe können Sie aktiv mitbestimmen! Wie? Indem Sie auf den BAUMETALL-Social-Media-Profilen bei Instagram und Facebook darüber abstimmen, welches der Meisterstücke Sie am meisten interessiert.
BAUMETALL gratuliert allen Meistern und freut sich schon auf die nächste Runde, für die hoffentlich wieder viele herausragende Arbeiten eingereicht werden. Der Startschuss ist mit dieser Preisverleihung gefallen.
MEISTERSTÜCK DES JAHRES
Die Bewerbungsphase für den beliebten BAUMETALL-Leserwettbewerb läuft wieder. Ab sofort können sich die Meisterjahrgänge 2022 bzw. 2023 anmelden.
Zur Teilnahme wird Folgendes benötigt:
Bewerben können sich alle Klempnermeister/innen, die ihre praktische Prüfung in den Jahren 2022 bzw. 2023 mit Erfolg abgelegt haben bzw. werden. Ebenfalls zulässig sind Sammelbewerbungen über die Vorbereitungsklasse der Meisterschule (Ausbilder oder beauftragter Schülervertreter). Die Bewerbung für den Sonderpreis „Beste Abschlussnote“ kann ausschließlich von der jeweiligen Meisterschule eingereicht werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bewerbungen mit dem Stichwort „Meisterstück des Jahres“ nimmt das BAUMETALL-Team per E-Mail entgegen. Meisterstücke aller Wettbewerbe seit 2009 sowie weitere Informationen sind online abrufbar. redaktion@baumetall.de