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Drei Gewerke – ein Werkzeugspezialist

Wer kennt sie nicht, die Kreuzschweifhämmer von Picard? Seit 2010 sind sie die begehrte Trophäe für die Gewinner im BAUMETALL-Wettbewerb „Meisterstück des Jahres“ – sogar vergoldet! Der Klempner-Klassiker ist ein wahrer Allrounder: vielseitig einsetzbar und äußerst schlageffektiv. Was vielleicht weniger bekannt ist: Die legendären Hämmer werden auch heute noch ausnahmslos in Wuppertal gefertigt.

Made in Germany – darauf legt Picard Wert, denn damit werden die hohen Qualitätsstandards sichergestellt. Und das nicht nur für die Kreuzschweifhämmer. Picard hat für Klempner, Dachdecker und Zimmerer noch weit mehr auf Lager: Das Sortiment umfasst 350 Hammermodelle in insgesamt 750 Versionen. „Ein Hammer ist ein Hammer? Das stimmt so nicht“, sagt Katrin Unterbörsch vom Marketing bei Picard. „Wir bieten für jede persönliche Vorliebe und jede erdenkliche Anwendungssituation etwas.“ So greift jemand, der den ganzen Tag hämmert, gern zu einem leichteren Modell. Wer viel hebelt, ist dagegen mit einem Modell mit verstärktem Innenrohr gut bedient.

In den Hämmern steckt noch viel Handarbeit

Der absolute Renner aber ist der Latthammer mit dem braunen Griff – ein weiterer Allrounder. „Er ist so gut wie auf jedem Dach zu finden“, weiß Unterbörsch. Und sehr langlebig: Manche verwenden das gute Stück gar von der Ausbildung bis zur Rente! Knapp eine halbe Million Exemplare stellt Picard jedes Jahr her. Die meisten gehen in den Kernmarkt Deutschland, Österreich, Schweiz und in die EU, darüber hinaus liefert Picard aber auch in die ganze Welt. Dabei werden die Hämmer im Design an die Gewohnheiten und Geschmäcker der jeweiligen Länder angepasst.

Im Latthammer wie auch in anderen Modellen steckt immer noch viel Handarbeit, zum Beispiel beim sogenannten Pliesten, dem Feinschleifen und Polieren der Schlagflächen. Auch die Lederummantelung, die viele Stiele griffiger macht, wird von Hand geschliffen. Trotzdem ist Picard heute ein Hightechunternehmen: In der Produktion sind auch Roboter im Einsatz, die im Prinzip dasselbe machen wie die Menschen – nur eben automatisiert.

Made in Germany auch bei wichtigen Komponenten

Qualität gilt nicht nur für die eigene Fertigung in Wuppertal. Auch die Hauptwertschöpfungskette verläuft exklusiv in Deutschland, insbesondere in der Region – einer Hochburg für Stahl und Werkzeug, wo zum Beispiel auch der Zangenexperte Knipex oder der Bit-Hersteller Wera ansässig sind. Alle wichtigen Komponenten stammen also von heimischen Zulieferern. Außerdem lässt Picard seine Produkte von der VPA, einem Prüfinstitut in Remscheid, zertifizieren.

Das Know-how treuer Mitarbeiter, etwa in den Traditionsberufen Schmied oder Pliester, ist Teil des Erfolgskonzepts. „Wir haben kaum Fluktuation“, erzählt Unterbörsch. Das Wissen bleibt also im Betrieb. Außerdem blickt das Familienunternehmen auf über 150 Jahre Expertise zurück. 1857 begann Hermann Picard in Wuppertal mit der Fertigung von Steigbügeln und Hufeisen. Dann wurden auch Werkzeuge für Schmiede, Klempner und Schlosser, darunter alle Sorten Hämmer und Blechscheren, ins Programm genommen. Mit der Zeit kam schließlich die Spezialisierung auf Schlagwerkzeuge.

Neue Serie mit leichteren Köpfen

Der über viele Jahre gesammelten Erfahrung ist auch die jüngste Neuentwicklung zu verdanken: die AluTec-Serie. Sie umfasst Hämmer mit Köpfen aus Stahl und Aluminium. Die Schlagflächen sind weiterhin aus robustem Stahl, während das Aluminium in der Mitte das Gewicht verringert und damit die Arbeit weniger ermüdend macht.

Bisher gab es nur den Latthammer in dieser Ausführung. Nun bringt Picard weitere AluTec-Modelle auf den Markt, nachdem der Latthammer so gut angekommen ist. „Damit haben wir den Hammer quasi neu erfunden“, sagt Unterbörsch. Interessierte können die neue Serie auf der Ligna in Hannover, der Weltleitmesse für die Holzbearbeitung, vom 26. bis 30. Mai am Picard-Stand testen. Der Kontakt zu den Endkunden, etwa auf Messen, ist für Picard ein Schlüssel zum Erfolg. Denn deren Feedback – auch über Händler oder Social Media – zeigt den Entwicklern, was der Markt braucht. Das Ziel ist seit Jahr und Tag dasselbe: die Arbeit an Dach und Fassade einfacher, angenehmer und ergonomischer zu machen. 

Bild: Picard

Handarbeit: das Schleifen von Hammerbahn oder -finne

Bild: Picard

Handarbeit: das Schleifen von Hammerbahn oder -finne
Blick in die Picard-Hammerschmiede

Bild: Picard

Blick in die Picard-Hammerschmiede

Bild: Picard

Info

Meisterstück des Jahres
Zehn Kreuzschweifhämmer von ­Picard vergibt BAUMETALL im Zweijahresrhythmus für herausragende Meisterstücke. Bewerbungen für die laufende Runde im Wett­bewerb „Meisterstück des Jahres“ können noch bis
25. August 2025 eingereicht werden. Bewerben können sich Klempnermeisterinnen und -meister, die ihre praktische Prüfung 2024 mit Erfolg abgelegt haben bzw. 2025 ablegen werden. Neben Einzelbewerbungen sind auch Sammelbewerbungen über die Vorbereitungsklasse der jeweiligen Meisterschule zulässig.
Informationen zur Teilnahme sind online abrufbar.

Bild: BAUMETALL / Picard