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Neues Messeformat für die Gebäudehülle

Die neue Dortmunder Business-Plattform Inolope Expo widmete sich im Februar 2025 gezielt dem Themenfeld der Gebäudehülle. Das neue Messekonzept unterstrich damit die enorme Bedeutung dieser Schlüsseltechnologie für die Klimaneutralität im Bausektor. Die Fachmesse brachte Planer, Architekten, Projektentwickler, Bau- und Handwerksunternehmen, Immobiliengesellschaften sowie Vertreter von Städten, Kommunen und Forschungseinrichtungen zusammen. Ergänzt wurde die Inolope Expo durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, das neueste Entwicklungen, Innovationen und Best Practices in den Fokus rückte. Laut Sabine Loos (Hauptgeschäftsführerin, Westfalenhallen Unternehmensgruppe) stellte die Inolope Expo gemeinsam mit den Ausstellern das Networking und den Wissenstransfer erstmalig in den Mittelpunkt. Zusätzlich profitierten interessierte Fachbesucher von den Synergien mit der parallel stattfindenden Messe Elektrotechnik 2025. Dort wurden u. a. neueste Lösungen aus der Gebäudetechnik, Energietechnik und Industrietechnik präsentiert.

BAUMETALL machte sich vor Ort auf die Suche nach neuen und starken Argumenten rund um die Innovationskraft vorgehängter hinterlüfteter Fassaden (VHF) und anderer Fassadensysteme. Dazu Andreas Buck (BAUMETALL-Chefredakteur): „Tendenziell ist das Messekonzept der Inolope Expo und die damit verbundene Konzentration auf VHF-Fassaden begrüßenswert. Tatsächlich war der Blick auf bislang in der Klempnerbranche noch kaum aktive Anbieter bzw. Aussteller besonders lohnenswert. Wer seinen Fachbetrieb zukunftsfähig machen möchte und dazu nach neuen Techniken oder alternativen Fassadenbekleidungen Ausschau hält, konnte in Dortmund tatsächlich fündig werden.“

Marktführer und innovative Newcomer

Im Rahmen der Inolope Expo präsentierten zahlreiche Aussteller neue und bewährte Lösungen für die Gebäudehülle. Dazu zählten unter anderem die Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG, die Kingspan STG GmbH oder die Sto SE & Co. KGaA. Als namhafter Hersteller von Leimholz und innovativen Holzkomponenten für Fenster, Türen und Fassaden war die Holz Schiller GmbH vertreten.

Die Prefa GmbH repräsentierte den Bereich metallischer Gebäudehüllen mit dem Messeteam um Stefan Kolodinski und René von den Driesch. Neben den langlebigen Aluminium-Dach- und Fassadensystemen für wartungsarme Gebäudehüllen stellten die Aluminiumprofis die inzwischen in zahlreichen Variationen erhältlichen PV-Systeme von Prefa vor. Zum Beispiel punktet die Solardachplatte als Dachsystem mit integrierter Photovoltaikanlage. Das innovative Produkt ist in zwei Größen verfügbar und lässt sich mit der Dachplatte R.16 oder dem Dachpaneel FX.12 kombinieren.

Zur Montage von PV-Modulen auf verschiedenen Prefa-Dachsystemen bietet das umfangreiche Solarmontagesystem enorme Sicherheit. Von Metalldachprofis entwickelte und optimal aufeinander abgestimmte Photovoltaik-Unterkonstruktionen verfügen über alle erforderlichen Zulassungen und lassen sich entsprechend flexibel einsetzen. Speziell entwickelte Halter, Klemmen und Schienensysteme ermöglichen somit die einfache Montage von PV-Anlagen auf kleinformatigen Aluminiumdächern ebenso wie auf klassischen Stehfalzbedachungen. Optisch besonders ansprechend ist das Solarmodul Prefalz. Die robusten Glas-Glas-PV-Module wurden speziell für das Prefalz-Dachsystem entwickelt. Durch ihre auf den Falzabstand abgestimmte Modulbaubreite fügen sie sich perfekt in die Doppelstehfalzoptik ein.

Grüne Fassaden. Grüne Dächer

Überraschend stark vertreten war das Themenfeld der Gebäudebegrünung. Zum Beispiel informierten die zertifizierten Fachberater des Bundesverbands Gebäudegrün e. V. (BuGG) am eigenen Messestand über verschiedenartige Systeme. Außerdem machte das BuGG-Team auf sein umfassendes Seminar- und Fortbildungsprogramm aufmerksam. Der BuGG ist eine Verschmelzung der beiden über Jahrzehnte etablierten Verbände Deutscher Dachgärtner Verband e. V. (DDV) und Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V. (FBB). Durch die Fusion werden Doppelarbeit und Doppelinvestitionen vermieden, Kräfte gebündelt, Erfolgsbausteine und Kompetenzen zusammengeführt und damit die Schlagkraft erhöht. Der 2018 gegründete BuGG ist Fachverband und Interessenvertretung gleichermaßen für Unternehmen, Städte, Hochschulen, Organisationen und alle Interessierten rund um die Gebäudebegrünung (Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung). Der Vereinssitz ist in Berlin – eine weitere Geschäftsstelle befindet sich in Saarbrücken. Laut www.gebaeudegruen.info sind über 550 Mitglieder im BuGG organisiert.

Die Aussteller von Naturegreen B.V. präsentierten Dachbegrünungssysteme für unterschiedliche Dachneigungen. Das niederländische Unternehmen ist nicht nur Anbieter großflächiger Gründächer, sondern beliefert auch Privatpersonen ebenso wie Unternehmen und Bewohnergruppen direkt vom Züchter. Weitere Dienstleistungsangebote umfassen Beratungen rund um die Möglichkeit, mit begrünten Dächern der Natur neuen Raum zu geben und das Innenstadtklima zu kühlen.

Besonderes Augenmerk haben die Experten im Team von Heike Schneiders Gefässerie verdient. Das in Fuchsstadt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen ansässige Unternehmen arbeitet seit 35 Jahren an einer grünen Vision, die kürzlich am neuen Firmensitz sichtbar gemacht wurde – der lebendige Showroom. Das ­Firmendomizil ist vollständig nach den Prinzipien des Biophilic Designs konzipiert und (deutschlandweit einzigartig) vollbegrünt. Das Team des Unternehmens versteht sich als grüner Vordenker, der Werte für Raum, Zeit und Gestaltung schafft. Achim Eillingsfeld ist zertifizierter Fachberater für Fassadenbegrünung. Der Gefässerie-Experte hat für jede Wand die passende Begrünung zu bieten und tüftelt ständig an neuen, innovativen Systemen. Sein neuestes Projekt? Eine smarte Pflanzenwand, die per WLAN meldet, wann sie Durst hat. Am Gefässerie-Messestand in Dortmund erklärte Eillingsfeld u. a., wie die technisch und bauaufsichtlich zugelassenen Systeme zur Fassadenbepflanzung funktionieren – übrigens sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Die im Unternehmen verankerte Philosophie lautet dementsprechend: „Gut für Mensch und Natur.“ Über das Portfolio der Gefässerie berichtet BAUMETALL zeitnah und ausführlich.

Energiefassade aus Österreich

Neben bereits genannten Ausstellern waren auch zahlreiche Hidden Champions und Start-ups in Dortmund vertreten. Mit einer innovativen Technologie und neuen Ansätzen zur nachhaltigen Energetisierung von Gebäudehüllen befasst sich zum Beispiel das österreichische Unternehmen Towern 3000.

Auf der Inolope präsentierte das Team um Thomas Buchsteiner die Cepa-Energiefassade. Die wegweisende Sanierungstechnologie zur Energieoptimierung und Energieverwaltung wirkt über die ­Außenhülle von Gebäuden. Im Grunde sei diese Idee nicht nur naheliegend, sondern vor allem eine logische Antwort auf die Notwendigkeit einer ökologischen, nachhaltigen Bauweise, ist man bei Towern 3000 überzeugt. Ganz konkret handelt es sich dabei um eine einfache zentrale Energieverteilung, die für sämtliche Energieformen und Produkthersteller offen ist. Der Mehrwert für Bauherren bestehe darin, in der Fassade zugleich auch die Lösung für Klimatechnik abzudecken. Cepa-Energiefassaden ermöglichen dazu das Heizen und/oder das Kühlen über die Außenwand als effektiven Gebäude-­Energiespeicher.

Der Gestaltungsfreiheit an der Fassade sind folglich keine Grenzen gesetzt. Cepa-Energiefassaden funktionieren an Photovoltaikfassaden genauso gut wie an begrünten Fassaden. Damit nicht genug: Das System eignet sich darüber hinaus auch für Fassaden aus Holz, Stein oder Metall. Dabei kann die Gebäudehülle als Wärmedämmverbundsystem-Fassade sowie als vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) konzipiert sein. Ohnehin bestehende VHF-Vorteile gewinnen laut Towern 3000 überproportional dazu:

Vorteile der VHF

• atmungsaktiv

• Schutz vor Hitze, Kälte, Regen, Frost, Blitzeinschlag, Schall

• lange Lebensdauer, werterhaltend, wertsteigernd

• Gestaltungsfreiraum

• Nachhaltigkeit

Zusätzlicher Mehrwert mit Cepa

• Energiespeicher

• Energieverteiler

• zentrale Energieverwaltung

• Behaglichkeit Sommer/Winter

• Einbindung unterschiedlichster Energiequellen, z. B. Photovoltaik am Dach, Erdwärme etc.

• bei Sanierungen bestehender Gebäude Senkung des CO²-Ausstoßes durch Nutzung von bereits verbautem CO², beispielsweise durch bestehendes Mauerwerk (graue Energie)

Fachvorträge und Live-Demonstrationen

Ein weiteres Highlight der Inolope Expo war das umfangreiche ­Rahmenprogramm mit zahlreichen Fachvorträgen und Live-Demonstrationen. So stellte der Fachverband Baustoffe und Bauteile für ­vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) nachhaltige Fassadenkonstruktionen als Schlüsseltechnologie für die Energiewende vor. Unterstützt wurde der Messeauftritt des FVHF durch die Bundesstiftung Baukultur. Die Beratungsstelle für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BAIP) des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) bot umfassende Beratungen zur Integration von Photovoltaikanlagen in Gebäudehüllen. Ebenfalls eindrucksvoll war die Architektur- und Solarenergie-­Wanderausstellung des Solarenergiefördervereins Bayern e. V. (SeV), die mit dem Architekturpreis für gebäudeintegrierte Solartechnik ausgezeichnete Projekte präsentierte.

Im Rahmen des Begleitprogramms informierte die Berufsgenossenschaft über die Prävention von Arbeitsunfällen

Bild: BAUMETALL

Im Rahmen des Begleitprogramms informierte die Berufsgenossenschaft über die Prävention von Arbeitsunfällen
Die Prefa-Aluminiumprofis Stefan Kolodinski und René von den Driesch

Bild: BAUMETALL

Die Prefa-Aluminiumprofis Stefan Kolodinski und René von den Driesch
Achim Eillingsfeld von der Gefässerie ist zertifizierter Fachberater für Fassadenbegrünung

Bild: BAUMETALL

Achim Eillingsfeld von der Gefässerie ist zertifizierter Fachberater für Fassadenbegrünung
Ein Gefässerie-Pflanzmodul zur Fassadenbegrünung

Bild: BAUMETALL

Ein Gefässerie-Pflanzmodul zur Fassadenbegrünung
Cepa-Energiefassaden ermöglichen das Heizen und/oder das Kühlen über die Außenwand

Bild: BAUMETALL

Cepa-Energiefassaden ermöglichen das Heizen und/oder das Kühlen über die Außenwand

INFO

Dortmunder Westfalenhalle**
Bundespräsident Theodor Heuss eröffnete 1952 die neue 118 m lange, 98 m breite und 29 m hohe Westfalenhalle. Die als Betonkonstruktion geplante Halle besitzt eine freitragende Dachkonstruktion – das Dach wurde mit einer Leistendeckung aus Aluminium versehen. Das 10 000 m² große Dach deckten Klempner des Fachbetriebs Kentz­ler aus Dortmund mit 0,7 mm dickem Aluminium in Leistentechnik. Ein Großteil des ursprünglichen Leistendaches ist seit über 70 Jahren funktionstüchtig. Lediglich ein Teilbereich der Eindeckung wurde im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten erneuert.

Auch das neue, teilsanierte Dach besteht aus Aluminium – genauer gesagt aus Profiltafeln von Kalzip. Wie schon die ursprüngliche Leistendeckung überzeugt auch die Teil-Neueindeckung durch ihre Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit und ökologische Qualität. Die Kalzip-Profiltafeln passen sich flexibel an die komplexen Anforderungen des Bauwerks an. Ihr Recyclinganteil setzt mit 98 % ein starkes Zeichen für nachhaltige Architektur und bietet auch in Zukunft durch recycelbare Eigenschaften einen klaren Vorteil im Hinblick auf nachhaltiges Bauen.

Montiert wurden die Profiltafeln samt entsprechender Unterkonstruktion von Bedachungen Sindermann aus Dortmund. Die außergewöhnliche Dachlandschaft und die erforderlichen An- und Abschlüsse unterstreichen die hohe Kunst des Handwerks und die planerische Raffinesse dieses Projekts.

Teilsanierter Dachbereich im oberen Drittel

Bild: BAUMETALL

Teilsanierter Dachbereich im oberen Drittel

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