Wow! Das hat Seltenheitswert. Wer kann von sich schon behaupten, er sei auf dem BAUMETALL-Titel abgebildet? Hubert Trenkwalder hat es geschafft. Dass die Trenkwalder-BAUMETALL-Ausgabe ein Einzelstück ist: nebensächlich! Viel wichtiger ist das Warum: Hubert Trenkwalder hat viel bewegt für die Spengler in Südtirol und in Europa. Nun hat sich der über 80-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Ob es ihm gelingt? Vielleicht …
Im Februar 2025 fand die 10. Vollversammlung der Südtiroler Spengler Innung statt bei Alpewa* in Bozen statt. Neben zahlreichen Innungsmitgliedern waren auch internationale Gäste anwesend, denn es stand die Ehrung von gleich drei Spengler-Urgesteinen auf dem Programm. Die Gründungsmitglieder der Berufsgemeinschaft im LVH und des Fördervereins der Südtiroler Spengler Innung, Hubert Trenkwalder und Walter Niederfriniger, wurden dabei feierlich in den Ruhestand verabschiedet: Außerdem wurde Walther Schmidt für sein langjähriges Engagement geehrt. Die drei Herren haben sehr viel für die Berufsgruppe geleistet und sich dabei auch um den grenzüberschreitenden Fachaustausch verdient gemacht.
Hubert Trenkwalder nutzte die Gelegenheit, um einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Er erinnerte an den Gründungstag der Südtiroler Spengler Innung vor zehn Jahren und an zahlreiche Ereignisse, die zur positiven Entwicklung des Berufsstandes beigetragen haben. Die rasante Veränderung der Arbeitswelt thematisierte der scheidende Vorstand ebenso wie steigende bürokratische Anforderungen, architektonische Vorgaben sowie den Einsatz innovativer Materialien, Techniken und Maschinen. Trenkwalder betonte, wie bedeutsam es sei, die Ausbildung stetig zu modernisieren, den Ausbildungsrahmen neu zu definieren und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen zu entwickeln. Dies ist laut Trenkwalder eine Entwicklung, die stetig weitergeführt werden muss. Im selben Atemzug nannte er die Einführung neuer Abrechnungssysteme. Ein besonderes Augenmerk legt Trenkwalder seit jeher auf die Jugendförderung, denn: „Sie sichert die Zukunft unseres Berufes.“
Gastredner und Gratulanten
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens überbrachten zahlreiche Wegbegleiter Hubert Trenkwalders Grußworte. Per Videobotschaft zugeschaltet waren u. a. Claudio Cristina (VDSS und iib), Martin Fischer (M.A.S.C.), Robert Smejkal (FV SHK BW) und Remo Wyss (Suissetec). Vor Ort und mit persönlich pointierten Festreden bedankten sich Martin Haller (Präsident, Wirtschaftsverband lvh.apa), Martin Rederlechner (Direktor, Berufsbildungszentrum Brixen) und Werner Fünfer (Vorstand, SMV Bayern) bei Hubert Trenkwalder.
Herzliche Glückwünsche überbrachte BAUMETALL-Chefredakteur Andreas Buck im Namen des gesamten BAUMETALL-Teams. Anschließend nahm Buck das zurückliegende Jahrzehnt genauer unter die Lupe. Neben wesentlichen Entwicklungen aus der Spenglertechnik sprach er auch über die Top-Trends von damals: den Einsatz von Selfiesticks. Die Teilnahme an der Ice Bucket Challenge. Die Sternstunden von Facebook und natürlich die Gründung des Fördervereins der Südtiroler Spengler Innung. Direkt an die zukünftigen Pensionäre gerichtet sagte Buck: „Wie Sie wissen, bin ich Chefredakteur der vor 40 Jahren erstmals erschienenen Fachzeitschrift BAUMETALL. Mein Arbeitgeber ist also gerade einmal halb so erfahren wie die Gründungsmitglieder der Berufsgemeinschaft im LVH und des Fördervereins der Südtiroler Spengler Innung: Hubert Trenkwalder und Walter Niederfriniger. Beide haben in ihrem Berufsleben unheimlich viel für unseren Beruf geleistet. Dafür bedanke ich mich im Namen des BAUMETALL-Teams herzlich!“ Speziell Hubert Trenkwalder nannte Buck „einen der ganz Großen unserer Branche“. Tatsächlich ist der wahrscheinlich dienstälteste Spengler in Europa einer der prominentesten Branchenvertreter überhaupt. Trenkwalder, der von sich selbst sagt, seine Festplatte sei auch mit über 80 Jahren noch nicht voll, ist ein absolutes Vorbild. Für Buck ist klar: Wer Informationen wie ein Schwamm aufsauge, zeige, dass man auch in fortgeschrittenem Alter jung und neugierig sein könne und dass die Aussage „Früher war alles besser“ gerade NICHT das wichtigste Leitbild im Leben sei. Und noch etwas gab Buck zu bedenken: „Make Spengler great again ist ein riesiger Unsinn, denn Spengler waren noch niemals klein oder unwichtig!“ Die Qualitäten Trenkwalders beim Umgang mit dem Berufsnachwuchs erwähnte Buck ebenso wie die Tatsache, dass Trenkwalder für viele Kollegen ein väterlicher Freund und vorbildlicher Lehrmeister ist.
Uneigennützig und international hervorragend vernetzt
Trenkwalder kennt die Branche wie seine Westentasche und ist Ansprechpartner für viele Kollegen und Partner. Dass er auch praktisch weiß, wie Spenglertechnik funktioniert, hat der 80-Jährige bei Eisenkies in Tirol unter Beweis gestellt: Dort fertigte er einen BAUMETALL-Workshop-Düsenjäger aus Titanzink an, was durchaus als Sinnbild für das Durchstarten eines Ausnahmehandwerkers zu sehen ist.
Neues Vorstandsteam gewählt
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch das neue, vierköpfige Vorstandsteam des Fördervereins der Südtiroler Spengler Innung gewählt. Den Vereinsstatuten entsprechend entscheiden die Einberufenen binnen vier Wochen, wer zukünftig welche Vorstandsaufgaben übernehmen wird.