Teil 1 – Arbeitsauftrag Sommer 2024
Im Juni 2024 wurde in den Schulräumen der RBS Ulm die Theorieprüfung im Bereich Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungsarbeiten (FMI) mit einer Dauer von 60 Minuten abgelegt. Hierzu zählten auch die Arbeitsplanung und die Erstellung von Schablonen. Anschließend erfolgte die praktische Prüfung, in der ein Ausgussbecken mit umlaufender Wulst sowie einem Wandschild und einem schräg geschnittenen Ablaufstutzen aus Titanzink gefertigt werden musste. Ergänzend hierzu führten die Prüflinge situative Fachgespräche mit einer Dauer von etwa 15 Minuten. Gerade die Kombination aus handwerklicher Präzision und der kurzen Prüfungszeit stellte eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar. Unter den Arbeiten der 54 Teilnehmer waren einige herausragende Werkstücke zu bestaunen. Die beste praktische Leistung erzielte Lisa Reitmeier (Ausbildungsbetrieb Steinmetz GmbH, Güglingen) mit einer Bewertung von 98,46 Punkten.
Teil 2 – Kundenauftrag Sommer 2024
Im Mai 2024 fand die theoretische Prüfung in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungsarbeiten statt. Der praktische Kundenauftrag wurde im Juni 2024 in den Werkstätten der Robert-Bosch-Schule (RBS) Ulm von insgesamt 27 Prüfungsteilnehmern durchgeführt. Anzufertigen war ein Doppelstehfalzdach aus verzinktem Stahlblech der Marke Prelaq von Green Coat, 0,63 mm. Die Dachneigung betrug 10°. Ein Schornstein am Wandbereich und ein nebenstehendes Strangbelüftungsrohr mit Abdeckhut aus Titanzink walzblank 0,7 mm waren inklusive. Hervorzuheben ist die Leistung von Laura Wahl (Dangel Metall GmbH, Lenningen), die mit 92,97 Punkten in der Theorie und 92,60 Punkten im Kundenauftrag die besten Ergebnisse erzielte. Mit einer Gesamtbewertung von 95,37 Punkten zeigte sie in allen Bereichen höchste Professionalität.
Herausforderungen in der Ausbildung
Trotz der teils hervorragenden Leistungen vieler Prüfungsteilnehmer stellte der Prüfungsausschuss laut Peter Mast zum Teil gravierende Defizite bei einigen Kandidaten fest. Mast zeigt sich besorgt darüber, dass manche Ausbildungsbetriebe nicht ausreichend auf eine fundierte Ausbildung ihrer Lehrlinge achten. Grundlegende Fertigkeiten wie das Schweifen, Bördeln, Berechnen von Umfängen und Ermitteln von Zugaben würden häufig fehlen. Das werfe die kritische Frage auf, ob diese Betriebe eine qualifizierte Ausbildung gewährleisten möchten oder lediglich günstige Arbeitskräfte suchen. Mast gibt außerdem zu bedenken, dass ein solides handwerkliches Fundament essenziell für den Klempnerberuf ist, um mit metallischen Werkstoffen anspruchsvolle und vielseitige Produkte anzufertigen. Nur durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung kann das Handwerk seinen hohen Standard bewahren und zukünftige Fachkräfte optimal auf ihren Berufsweg vorbereiten. Die diesjährige Gesellenprüfung hat gezeigt, dass es in diesem traditionsreichen Beruf sowohl herausragende Talente als auch deutliche Schwachstellen gibt. Es bleibt zu hoffen, dass Ausbildungsbetriebe ihre Verantwortung erkennen und aktiv an einer nachhaltigen Qualitätssicherung in der Klempnerausbildung mitwirken.
Gesellenfreisprechung in feierlichem Rahmen
Im März 2025 wurden die Gesellinnen und Gesellen der letzten Sommer- und Winterprüfungen der Robert-Bosch-Schule in Ulm freigesprochen. Mit 180 Gästen war die Schulaula dabei bestens gefüllt. Unter den Ehrengästen war auch Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher vertreten, der die Bedeutung des Handwerks und der engagierten Ausbildung in seiner Festrede hervorhob. Wie in jedem Jahr wurden die Prüfungsbesten besonders geehrt. Als Highlight berichtete der amtierende Deutsche Meister im Klempnerhandwerk und ehemalige Schüler Quentin Gramm von seinen Wettbewerbserfahrungen und ermutigte die anwesenden Kolleginnen und Kollegen zur Teilnahme am Wettbewerb. Wie jedes Jahr wurde die Veranstaltung vom Förderverein für Klempner an der Robert Bosch Schule Ulm e. V. ausgerichtet. Dabei richtete der Vorsitzende Jürgen Pflanz seinen Dank an die Unterstützer und Sponsoren. Er nutzte den feierlichen Rahmen auch, um sich beim langjährigen Ein- und Verkaufsleiter des Renninger Handelshauses Gustav Barth GmbH Harald Beisch für seine Unterstützung zu bedanken.