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Luftschiffhangar Mülheim: Metall trifft Nachhaltigkeit

Ein neues Zuhause für das Luftschiff „Theo“: Am Flughafen Essen/Mülheim wurde ein moderner Hangar errichtet, der nicht nur durch seine Dimensionen beeindruckt, sondern vor allem durch nachhaltige Bauweise überzeugt. Die Westdeutsche Luftwerbung Theodor Wüllenkemper GmbH & Co. KG (WDL) setzte dabei auf recycelte und recyclingfähige Materialien sowie nachwachsende Rohstoffe. Ganz außen sorgt eine langlebige und widerstandsfähige Gebäudehülle aus Aluminium von Kalzip für den markanten Look.

Das Luftschiff Theo ist im Ruhrgebiet überaus bekannt. Bis 2023 war es regelmäßig über dem Ruhrgebiet unterwegs und erlangte als fliegendes Symbol der Metropole Kultstatus. 2024 ersetzte ihn sein Nachfolger Hugo. In der Luftschiffzentrale im Mülheim an der Ruhr haben nun beide Zeppeline ihren Platz gefunden.

Holztragwerk mit System

Bereits beim Rückbau des alten Hangars wurde darauf geachtet, verwertbare Materialien erneut zu nutzen. So wurden etwa Reste des alten Fundaments direkt vor Ort eingebunden. Nicht wiederverwendbare Komponenten wurden durch nachhaltige Alternativen ersetzt. Das Tragwerk des neuen Hangars besteht aus rund 557 t Holz aus deutschen Wäldern. Die 15 Zweigelenkbögen wurden mit Holzverbindungen erstellt, um eine sortenreine Rückbaubarkeit zu gewährleisten. Die sichtbare Dachunterkonstruktion aus Brettsperrholz schafft eine warme Atmosphäre im Innenraum und verleiht dem Gebäude seinen einzigartigen Charakter.

Aluminiumhülle statt Folie

Ursprünglich war geplant, das Dach wie beim Vorgängerbau mit einer Folie zu versehen. Doch in der Planungsphase empfahl Dr. Markus Kuhnhenne, Professor für Nachhaltigkeit im Metallleichtbau an der RWTH Aachen, eine Gebäudehülle aus Aluminium. Die Vorteile lagen auf der Hand: Aluminium ist langlebiger, nahezu wartungsfrei und bis zu 95 % recycelbar. Die Wahl fiel auf Stehfalzprofile von Kalzip, die durch ihre Robustheit und einfache Wiederverwertbarkeit überzeugen.

Architektur mit technischer Raffinesse

Das Architekturbüro Smyk Fischer orientierte sich an der Form des alten Hangars und entwarf eine silberne, längs halbierte Kapsel mit einer markanten Tonnendach-Konstruktion. Zwei riesige Torflügel ermöglichen das Ein- und Ausfahren der Luftschiffe und machen die Halle zugleich als Eventlocation nutzbar.

Für die präzise Umsetzung der komplexen Geometrie wurde bei Kalzip eine 3D-Planung durchgeführt. Die Aluminiumprofile wurden im Werk Koblenz vorgefertigt, teilweise konisch geformt und nummeriert zur Baustelle geliefert. Insgesamt kamen rund 7000 m² Stehfalzprofile zum Einsatz.

Montage mit besonderer Herausforderung

Mit der Dacheindeckung wurde der Fachbetrieb B. Schlichter GmbH & Co. KG beauftragt. Aufgrund der halbkugelförmigen Kuppelform war der Aufbau besonders anspruchsvoll. Da es nicht möglich war, ein Gerüst zu installieren, mussten die Monteure an der Gebäudeseite von mobilen Arbeitsbühnen aus arbeiten. Auf der Kuppel selbst sicherten sich die Fachhandwerker mit Seiltechnik, um ihre Arbeiten auszuführen. Zunächst wurde eine Dampfsperre auf den Holzuntergrund aufgebracht, bevor Rohrpfetten montiert wurden, um die Rundungen exakt abzubilden. Die Stehfalzprofile wurden anschließend mit E-Klipps befestigt, die durch ihre geringe Wärmeleitfähigkeit zur Energieeffizienz beitragen können. Abschließend erfolgte das maschinelle Verfalzen der Profile.

Nachhaltige Landmarke im Ruhrgebiet

Seit der Fertigstellung im Frühjahr 2023 setzt der neue Hangar nicht nur ein architektonisches Zeichen, sondern zeigt auch, dass nachhaltiges Bauen in großem Maßstab realisierbar ist. Laut WDL-Geschäftsführer Frank Peylo konnten durch den Einsatz recycelter Baustoffe rund 156 t CO₂ eingespart werden. Neben der Funktion als Luftschiffhangar bietet das 3500 m² große Bauwerk eine spektakuläre Eventlocation für bis zu 1500 Gäste. Die Fensterfront ermöglicht zudem einen Panoramablick auf die Start-und-Lande-Bahn des Flughafens. 

Blick in das Innere der imposanten Halle

Bild: WDL

Blick in das Innere der imposanten Halle
Die Aluminiumhülle wurde passgenau gefertigt

Bild: WDL

Die Aluminiumhülle wurde passgenau gefertigt
Keine alltägliche Baustelle: Die Montage erforderte einiges an Geschick

Bild: WDL

Keine alltägliche Baustelle: Die Montage erforderte einiges an Geschick
Beim Aufbau an Morgen gedacht: Die Demontage kann sortenrein erfolgen

Bild: WDL

Beim Aufbau an Morgen gedacht: Die Demontage kann sortenrein erfolgen
Auf der Kuppel arbeiteten die Dachhandwerker mit einem Anseilschutz

Bild: WDL

Auf der Kuppel arbeiteten die Dachhandwerker mit einem Anseilschutz
Das Team des Fachbetriebs B. Schlichter GmbH & Co. KG bei der Arbeit

Bild: WDL

Das Team des Fachbetriebs B. Schlichter GmbH & Co. KG bei der Arbeit
An der Fassade war die Montage nur mithilfe eines Hubsteigers möglich

Bild: WDL

An der Fassade war die Montage nur mithilfe eines Hubsteigers möglich
Stolz blicken die Fachhandwerker auf ihr Tagewerk

Bild: WDL

Stolz blicken die Fachhandwerker auf ihr Tagewerk

Bautafel

Bauherrin: Westdeutsche Luftwerbung Theodor
Wüllenkemper (WDL) GmbH & Co. KG

Projektleitung: Ingenieurbüro IB Römling, Essen

Architektur: Smyk Fischer Architekten GbR, Mülheim an der Ruhr

Ausführungsplanung und Bauleitung: Gronau Plan GbR, Wegberg

Dachhandwerk durch das Fachbetriebsteam für Holzbau u. Werkplanung und für Dacharbeiten:
Derix-Gruppe, W. u. J. Derix GmbH & Co. B. Schlichter GmbH & Co. KG, Lathen

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    werden. Ausführliche Informationen finden Sie online.
  • Bild: WDL

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